Hallo liebe Garten-Community! Die meisten von euch haben im Garten oder auf dem Balkon schon mal mit Pflanzendüngern gearbeitet. Aber wisst ihr auch, was in diesen Düngern eigentlich enthalten ist? Aus welchen Rohstoffen sie im Detail bestehen, wie sie wirken und in welchen Abständen man sie anwenden sollte?
Zu all diesen Punkten gibt es keinen besseren Gesprächspartner als Ron Richter. Schnappt euch einen Kaffee – es wird fachlich und lehrreich.
Ron Richter
Dipl. Umwelt- und Betriebswirt, Gründer & Geschäftsführer der „klimafarmer GmbH" – Profi auf dem Gebiet der regenerativen, klimaschonenden Bodenkultur. Ron hat das komplette Gartencoach Dünger-System (Tomaten-, Gemüse-, Rosen- und Rasendünger sowie den Bodenaktivator) partnerschaftlich mit uns von Grund auf entwickelt.
Warum Pflanzen überhaupt Dünger brauchen
Ron, fangen wir mal ganz vorne an. Warum brauchen Pflanzen im Hobbygarten überhaupt Dünger? Reicht Mutter Natur nicht völlig aus?
Im Grunde ist Dünger erst mal die Nährstoff-Grundversorgung. Genau wie wir Luft und Wasser zum Leben brauchen, benötigen Pflanzen Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphor und Kali (NPK) sowie wichtige Spurenelemente, um gesund zu gedeihen. Und diese Nährstoffe sind nicht immer zwingend in jedem Boden vorhanden. Böden können je nach Beanspruchung mit der Zeit ausgelaugt sein. Dann bekommen die Pflanzen natürlich nicht mehr die Nährstoffe, die sie brauchen.
Über den Dünger bekommen die Pflanzen dann wieder Nahrung. Dabei ist Dünger aber nicht gleich Dünger. Es gibt zum einen die klassische Nährstoff-Bombe, die direkt zündet. Klingt verlockend, kann aber auf Dauer der Pflanze mehr schaden als helfen. Bei Tomaten sieht man das zum Beispiel oft: Wenn sie nur einen reinen Stickstoff-Schub bekommen, wachsen sie rasant in die Höhe – bilden aber einen dünnen, schwachen Stängel und kaum Wurzeln.
Uns ist aber ein systemischer Ansatz wichtig. Wir wollen die Pflanzen nicht zwangsernähren, wie man das in einer hydroponischen Anlage im industriellen Gewächshaus macht. Unsere Pflanzen wachsen im Boden. Und genau dieses Bodensystem muss gepflegt werden! Unser Dünger ist quasi die Medizin für den Boden und damit langfristig für die Pflanze.
Unser System vs. klassischer Mineraldünger
Das unterscheidet unsere Gartencoach Dünger ja grundlegend von den typischen Kunstdüngern aus dem Baumarkt. Wie genau wirkt unser System im Vergleich zum klassischen Mineraldünger?
Wir arbeiten mit organisch-natürlich-mineralischen Komponenten. Mineraldünger wirken wie Traubenzucker beim Menschen: Da ist zwar sofort Energie da, aber keine nachhaltige Versorgung.
Durch das organische Ausgangsmaterial werden die Nährstoffe mittelfristig und gleichmäßig freigesetzt – gesteuert durch Temperatur und Feuchtigkeit. Das sorgt für ein kompaktes, stabiles Wachstum und stärkt das Bodenleben. Unsere Dünger bestehen zu 70 bis 80 Prozent aus organischer Substanz, die komplett verstoffwechselt werden kann.
Das ist wie Nahrung für die Mikroorganismen und Pilze (Mykorrhiza) im Boden. Es entsteht ein natürliches Tauschgeschäft: Die Pflanze liefert Zucker aus der Photosynthese an die Bodenbiologie, und die Mikroorganismen lösen im Gegenzug die Nährstoffe aus dem Dünger auf und machen sie für die Pflanze perfekt verfügbar.
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In den Einkaufswagen
Gartencoach Dünger für Tomaten
In den EinkaufswagenDas Geheimnis der aktivierten Pflanzenkohle
Ein absolutes Highlight in unseren Rezepturen ist die Pflanzenkohle. Viele denken ja, man kann einfach Holzkohle aus der Feuerschale zerkrümeln und ins Beet werfen. Warum ist das ein fataler Fehler?
Wenn du rohe Kohle in den Boden einarbeitest, passiert Folgendes: Sie saugt erst mal alles an Nährstoffen auf, was sie kriegen kann. Sie steht in direkter Konkurrenz zur Pflanze. Vor Jahrzehnten haben Forscher das mal probiert und sich gewundert, warum der Mais plötzlich rückwärts wuchs!

Pflanzenkohle hat durch ihren Herstellungsprozess eine gigantische Oberfläche mit unzähligen kleinen Leitungsbahnen und Poren. Das macht sie zum perfekten Habitat für Organismen und zum genialen Wasserspeicher. Wenn man ein Stück unserer geladenen Kohle mit Wasser sättigt, wiegt sie danach fast das Vierfache, ohne an Volumen zuzulegen! Im Boden sorgt diese Struktur außerdem für kleine Lufträume und verhindert, dass der Boden extrem verdichtet.
Und wie lösen wir dieses Problem in der Produktion des Gartencoach-Düngers?
Wir „aktivieren" die Kohle vorab – oder besser gesagt: Wir beleben und beladen sie. Bei unserem Prozess senken wir aktiv den pH-Wert der Pflanzenkohle. Dadurch bilden sich funktionale Gruppen auf der Oberfläche, die die Nährstoff-Austauschkapazität massiv erhöhen. Danach mischen wir sie mit organischen Begleitstoffen wie Erbsenproteinen, Rapsschrot, Weizengluten oder Traubentrestern aus der Weinlese. Der „Akku" der Kohle ist also schon randvoll geladen, wenn er in euren Garten kommt!
Organisch-Natürlich-Mineralisch erklärt
Wir sprechen bei unseren Produkten ganz bewusst von „organisch-natürlich-mineralischen" Düngern. Warum eigentlich nicht „rein organisch"?
Weil wir fachlich absolut sauber bleiben wollen. Sobald Kalium mit im Spiel ist (das oft in Form von natürlichen Salzen vorliegt) oder wir silikatreiche Gesteinsmehle und Pflanzenkohle einmischen, haben wir eben auch eine wertvolle mineralische Komponente an Bord. Das ist wichtig für die Spurenelemente.
Gleichzeitig sind unsere Produkte komplett in der FiBL-Liste (Betriebsmittelliste für den ökologischen Landbau) registriert. Das ist eine harte, externe Qualitätssicherung. Bei uns gibt es keinen „Schmu".
Und das bedeutet vor allem Unbedenklichkeit im Hausgarten. Wer Kinder oder Haustiere hat, kennt das Risiko von Mineraldüngern wie Blaukorn. Ich hatte mal eine Kundin, deren Tochter die bunten Mineraldünger-Körnchen im Garten des Opas aufgegessen hat, weil sie dachte, es wären Globuli! Das ist ein Albtraum. Unsere Dünger basieren auf unbedenklichen Reststoffen der Lebensmittelindustrie. Man sollte sie zwar ausdrücklich nicht essen, aber sie sind absolut sicher für eure Hunde, Katzen und die heimische Fauna.
Dünger-Mythen im Check: Überdüngung & Rasen
Ein großes Thema bei unseren Zuschauern ist immer die Dosierung. Vor allem beim Rasendünger wird auf dem Markt oft mit einer „7-Tage-Sofort-Grün-Wirkung" geworben. Unser Rasendünger hat 10 % Stickstoff – die Chemiekeulen oft das Dreifache. Sind wir damit weniger wirksam?
Nein, wir wirken anders. Die Chemie-Bomben jagen den Rasen extrem hoch. Das sieht der Bauherr nach drei Tagen, sagt „Super!", und zwei Wochen später bricht der Rasen bei der kleinsten Hitzewelle zusammen, weil der Boden ausgelaugt ist und die Humusstruktur zerstört wurde.
Unser Dünger stabilisiert den Bodenhaushalt langfristig. Durch den organisch gebundenen Stickstoff ist eine extreme Überdüngung oder ein „Verbrennen" des Rasens fast unmöglich, weil die Nährstoffe eben nur schrittweise abgegeben werden. Klar, rein betriebswirtschaftlich macht es keinen Sinn, die vierfache Menge zu streuen, aber der Rasen kippt nicht um. Beim Rasen empfehle ich ohnehin: Lieber alle vier Wochen eine kleinere, allmähliche Gabe, statt einmal im Frühjahr die fette Keule. Das bringt ein gesundes, kompaktes und strapazierfähiges Wachstum.
Der Bodenaktivator: Unser Universal-Star
Zum Schluss noch ein Wort zu unserem heimlichen Star, dem Bodenaktivator. Das ist aktuell eines unserer meistverkauften Produkte. Wann und wo setzt man den am besten ein?
Der Bodenaktivator ist unser absolutes Universalprodukt, da er die Basis für alle unsere anderen Spezialdünger bildet. Er hat einen besonders hohen Pflanzenkohle-Anteil und eignet sich perfekt für Gemüsebeete, Gewächshäuser oder Heckenbepflanzungen.
Ihr könnt ihn sogar im späten Herbst oder Winter auf die Beete einarbeiten und mit einer Mulchschicht abdecken. Über die kalten Monate haben die Mikroorganismen dann Zeit, die Struktur ganz entspannt aufzubauen, sodass eure Pflanzen im Frühjahr direkt auf ein perfektes Buffet treffen.
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Zum Einkaufswagen hinzufügenRon, tausend Dank für deine Zeit und diesen tiefen Einblick in die Welt der Dünger.
Fazit: Handwerk statt schnellem Marketing
Ihr seht selbst: Hinter unserem Dünger-System steckt kein schnelles Marketing, sondern echtes, nachhaltiges Handwerk und die pure Leidenschaft für gesunde Gärten. Wir wollen Kreisläufe schließen – wie mit den Traubenresten aus der regionalen Weinproduktion – und eurem Boden das zurückgeben, was ihm durch die Ernte entzogen wird.
- Dünger als „Medizin für den Boden" – nicht als Zwangsernährung für die Pflanze
- 70–80 % organische Substanz für langsame, gleichmäßige Versorgung
- Voraktivierte Pflanzenkohle als dauerhafter Wasser- und Nährstoffspeicher
- FiBL-registriert und sicher für Kinder, Hunde & Katzen
- Lieber regelmäßig & moderat düngen (ca. alle ~4 Wochen)
Häufig gestellte Fragen zu unserem Dünger-System
Es ist extrem schwer, mit unserem System Schaden anzurichten. Da unsere Nährstoffe organisch gebunden sind, werden sie nicht auf einen Schlag freigesetzt. Im Gegensatz zu hochdosierten mineralischen Kunstdüngern gibt es keinen Salzschock, der die Wurzeln verbrennt. Die Nährstoffe fließen langsam und gleichmäßig. Aus rein wirtschaftlichen Gründen solltet ihr natürlich trotzdem maßvoll dosieren – viel hilft nicht immer viel!
Unser Dünger ist ein echtes Produkt der nachhaltigen Kreislaufwirtschaft. Wir nutzen Reststoffe aus der Lebensmittel- und Agrarindustrie, wie zum Beispiel Traubentrester, der bei der regionalen Weinherstellung abfällt, oder Erbsenproteine. Da wir komplett auf scharfe Chemikalien verzichten und der Dünger im Werk schnell verstoffwechselt und pelletiert wird, riecht er wunderbar natürlich nach humusreicher, gesunder Erde.
Rohe Kohle zieht Nährstoffe wie ein Schwamm an und entzieht sie dem Boden. Um diesen „Wachstumsstopp" zu verhindern, laden wir die Pflanzenkohle in der Produktion auf. Wir senken ihren pH-Wert, wodurch sie noch aufnahmefähiger wird, und sättigen sie vorab mit organischen Nährstoffen und Proteinen. Wenn der Dünger in eurem Beet landet, gibt die Kohle vom ersten Tag an Feuchtigkeit und Nährstoffe ab, statt sie euren Pflanzen wegzunehmen.
Wir legen größten Wert auf fachliche Transparenz. Ein rein organischer Dünger dürfte keinerlei mineralische Bestandteile enthalten. Da wir für die wichtige Versorgung mit Spurenelementen jedoch silikatreiches Gesteinsmehl und natürliche Kaliumsalze beimischen, ist die korrekte Bezeichnung „organisch-natürlich-mineralisch". Dennoch sind all unsere Dünger zu 100 % in der FiBL-Liste für den ökologischen Landbau registriert und damit voll bio-konform.
Ja, absolut! Obwohl der Dünger für die klassische Beet- und Rasenfläche entwickelt wurde, performt er im Kübel oder Hochbeet überragend. Vor allem der Bodenaktivator ist ideal, um ausgelaugte, alte Blumenerde wiederzubeleben. Einfach 50 bis 100 Gramm je 10 Liter Erde untermischen, gut angießen und zwei Wochen ruhen lassen, bevor die Tomaten oder Paprikas einziehen. Der perfekte Boost für urbane Balkonoasen!
Das wichtigste Warnsignal eurer Pflanzen sind die Blätter! Wenn Paprika, Salat, Chilis oder auch euer Rasen ihr gesundes, kräftiges Sattgrün verlieren und stattdessen blassgrün oder richtig gebleicht aussehen, ist das ein sehr guter Indikator für einen Nährstoffmangel – dann wird es Zeit für Nachschub. Auch ein starker Wachstumsschub ist ein Signal: Sobald Tomaten über 25 cm hoch gewachsen sind, steigt ihr Bedarf schlagartig an. Wir empfehlen statt einer massiven Einzeldüngung einen regelmäßigen Rhythmus von etwa alle 4 Wochen mit einer moderaten Dosierung. Das hält die Bodenbiologie konstant aktiv und sichert eine lückenlose Versorgung.
Auf keinen Fall solltet ihr versuchen, den einbrechenden Rasen mit einer weiteren schnellen Nährstoffgabe aufzupäppeln – das erhöht den Salzstress für die Gräser massiv. Wenn der Boden durch leicht lösliche Mineralsalze überdüngt ist, hilft akut nur intensives, tiefdringendes Wässern. Dadurch wird die Salzkonzentration im Wurzelbereich verdünnt und die überschüssigen Nährstoffe werden ausgespült.
Das hat aber einen hohen Preis: Die ausgewaschenen Nährstoffe sind für den Rasen verloren, sickern ungehindert durch den Boden und belasten das Grundwasser. Zusätzlich baut sich durch den massiven Einsatz leicht löslicher Mineraldünger die organische Substanz im Erdreich ab – es kommt zu einem Humusschwund, und der Boden verliert mittel- bis langfristig seine natürliche Speicherfunktion. Ist der akute Salzüberschuss erst einmal herausgespült, müsst ihr zwingend schonend weiterarbeiten: Nutzt ausschließlich organische Komponenten, um die geschädigte Bodenbiologie und die Humusschicht Schritt für Schritt wieder zu regenerieren.
Bereit für gesunde, lebendige Böden?
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