Brennnesseljauche selber machen

So versorgst Du Deinen Garten mit kostenlosem Bio-Dünger

Starkzehrer wie Deine Tomaten brauchen regelmäßig eine Portion Dünger. Und wenn dein Gemüse ein wenig blass aussieht oder die Zucchini nicht richtig wachsen wollen, dann brauchet dein Beet einen kräftigen Energie-Schub. Es wird also Zeit für einen natürlichen Turbo-Dünger, den Du ganz einfach selbst herstellen kannst: Brennnesseljauche! Auch für Rosen, Stauden oder Sommerblumen geeignet.

In diesem Beitrag zeige ich Dir Schritt für Schritt, wie Du Brennnesseljauche ansetzt, wie lange sie ziehen muss und wie Du sie ohne Gestank nutzen kannst. Ganz nebenbei sparst Du bares Geld und verwandelst Abfälle in flüssiges Pflanzen-Gold.

Brennnessel im Garten

Was ist Brennnesseljauche?

Brennnesseljauche ist ein flüssiger Pflanzendünger, den Du aus frischen Brennnesseln und Wasser ansetzt. Sie enthält viel Stickstoff, der für das Wachstum Deiner Pflanzen wichtig ist, sowie Mineralstoffe wie Kalium, die die Zellstruktur stärken. Besonders hungrige Pflanzen wie Tomaten, Zucchini, Rosen und Stauden lieben diese Jauche!

Vorteile von Brennnesseljauche im Garten

✅ Kostet nichts, da Du Brennnesseln überall findest
✅ Enthält natürlichen Stickstoff und Mineralstoffe
✅ Fördert kräftiges Wachstum und gesunde Pflanzen
✅ Stärkt die Widerstandskraft gegen Krankheiten
✅ Unterstützt die Bodenlebewesen in Deinem Garten

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Brennnesseljauche ansetzen

Brennnesseln nach der Ernte

Das brauchst Du:

  • Frische, junge Brennnesseln (wegen des hohen Stickstoffgehalts)
  • Eine Tonne aus Kunststoff oder Holz (kein Metall!)
  • Regenwasser (falls möglich)
  • Optional: Beinwell für zusätzliches Kalium
  • Optional: Handvoll Kompost oder Pferdemist
  • Optional: Gesteinsmehl gegen Gerüche
  • Einen Deckel, der lose aufliegt

So gehst Du vor:

  1. Brennnesseln grob zerkleinern, dicke Stängel aussortieren und in die Tonne füllen.
  2. Mit Regenwasser aufgießen, bis die Brennnesseln vollständig bedeckt sind.
  3. Optional Beinwell, etwas Kompost oder Pferdeäpfel hinzufügen für zusätzliche Nährstoffe.
  4. Für geruchsärmere Gärung 1–2 Handvoll Gesteinsmehl einrühren.
  5. Einmal kräftig umrühren und Deckel locker auflegen (nicht luftdicht, damit Gase entweichen können).
  6. Die Tonne in die Sonne stellen, um die Gärung zu beschleunigen.
  7. Täglich einmal kräftig umrühren.
  8. Nach 1–2 Wochen ist die Jauche fertig, wenn sie dunkelbraun ist und nicht mehr schäumt.

Brennnesseln klein schneiden

Anwendung von Brennnesseljauche

Vor der Anwendung solltest Du die Jauche 1:10 mit Wasser verdünnen. Gieße die Mischung direkt an den Wurzelbereich Deiner Pflanzen. Bei besonders nährstoffhungrigen Pflanzen wie Tomaten kannst Du alle 1–2 Wochen mit Brennnesseljauche düngen.

Gefäß zum Ansetzen für Brennnesseljauche

Spezial-Tipp für Balkongärtner: Brennnesselbrei

Falls Du keinen Platz für eine Jauchetonne hast oder Dir der Geruch unangenehm ist, kannst Du einen schnellen Brennnesselbrei herstellen:

  • Frische Brennnesseln im Mixer pürieren
  • Die Paste direkt auf die Erde streichen
  • Beim Gießen werden die Nährstoffe langsam in den Boden gespült

So bekommen auch Deine Balkonpflanzen einen natürlichen Nährstoffschub!

Fazit: Günstig, effektiv und gut für Deinen Garten

Mit Brennnesseljauche kannst Du Deine Pflanzen kostenlos und nachhaltig düngen. Gleichzeitig stärkst Du ihre Widerstandskraft und förderst ein gesundes Wachstum – ganz ohne Chemie.

Praxis-Video

Ab Minute 1:15 setze ich Brennnesseljauche mit einem XXL-Teesieb an.

Häufige Fragen zur Brennnesseljauche

Wie oft sollte ich mit Brennnesseljauche düngen?

Etwa alle 1–2 Wochen während der Wachstumszeit.

Kann ich auch andere Pflanzen verwenden?

Beinwell eignet sich hervorragend, um zusätzlich Kalium einzubringen. Auch andere nährstoffreiche Unkräuter können ergänzend verwendet werden.

Stinkt Brennnesseljauche wirklich?

Ja, sie kann stark riechen, daher am besten weit weg vom Sitzplatz im Garten ansetzen. Gesteinsmehl kann helfen, den Geruch zu reduzieren.

Gesteinsmehl

Wie sieht es mit einem Ernte-Verbot aus? 

  • Öffentlicher Grund:
    Brennnesseln, die an öffentlichen Wegrändern, in Parks oder auf Wiesen wachsen, dürfen in der Regel geerntet werden.
  • Privatgrundstücke:
    Das Betreten fremder Grundstücke und das Ernten von Pflanzen ohne Erlaubnis ist verboten.
  • Naturschutzgebiete:
    In Naturschutzgebieten ist das Sammeln von Pflanzen oft untersagt, um die dortige Flora und Fauna zu schützen.

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