Wer sich mit moderner Gartenpflege beschäftigt, merkt schnell: Der klassische, sterile englische Rasen verliert zunehmend an Bedeutung. Stattdessen wünschen sich immer mehr Hobbygärtner und Selbstversorger einen lebendigen Naturgarten mit einer bunten, artenreichen Blumenwiese. Doch ein Garten muss auch nutzbar und begehbar bleiben. Die perfekte Lösung für diesen Spagat lautet selektives Mähen: Während große Flächen bewusst lang wachsen dürfen, damit Wildblumen und Insekten ein Zuhause finden, werden die Wege dazwischen kurz und sauber gehalten.
Das Problem an der Sache: Das wöchentliche Nachmähen dieser verschlungenen Pfade kostet in den arbeitsintensiven Sommermonaten extrem viel Zeit. Genau hier verspricht der Segway Navimow i105 Abhilfe – ein smarter Mähroboter ohne Begrenzungskabel, der mit einer intelligenten Kamera ausgestattet ist. Doch wie schlägt sich das Einstiegsmodell auf einer wilden, unebenen Wiese mit dichtem Baumbestand? Wir haben den Härtetest gemacht!

Lieferumfang und erster Eindruck
Der Navimow i105 wird kompakt mit Ladestation, Zubehörkarton und einer RTK-Antenne inklusive dreiteiligem Erdspieß geliefert. Die Verarbeitung ist robust. Optional lässt sich ein 4G-Modul in das untere Gehäuse einbauen. Dieses Modul kostet rund 100 Euro und ab dem zweiten Jahr fallen 29,90 Euro Jahresgebühr an. Es sorgt für eine Internetverbindung abseits des heimischen WLANs. Da der Mobilfunkempfang auf unserem Testgelände zu schwach war, haben wir auf das normale WLAN zurückgegriffen.
Arbeitet kabellos. Die Antenne empfängt Satellitendaten für eine präzise Ortung ohne Begrenzungsdraht.
Die Frontkamera erkennt Tiere und Hindernisse in Echtzeit durch KI-gestützte Objekterkennung.
Ausgelegt, um auch auf unebenen Flächen und Schlaglöchern zuverlässig Traktion zu finden.
Installation ohne Kabel: RTK und 4G
Der Aufbau ist schnell erledigt. Es muss kein Begrenzungskabel im Rasen verlegt werden. Die primäre Aufgabe besteht darin, die RTK-Antenne richtig zu positionieren. Sie benötigt eine möglichst freie Sicht in den Himmel. Auf unserem Testgrundstück mit vielen hohen Bäumen, Sträuchern und Gebäuden war das nicht optimal. Trotz der schwierigen Bedingungen war der Satellitenempfang in der Praxis aber ausreichend stabil.
App-Steuerung und Sperrzonen für Wildblumen
Die Kartierung des Gartens erfolgt per App. Man steuert den Mähroboter über digitale Steuerkreuze wie ein ferngesteuertes Auto die Rasengrenzen ab. Das Fahrgefühl ist nativ und direkt. Zwar gibt es eine Funktion zur automatischen Erkennung der Rasenfläche, bei einer Wildwiese mit unklaren Übergängen ist das manuelle Abfahren jedoch die sichere Wahl.
Besonders wichtig für Naturgärten sind die BioLife-Zonen. Auf unserem Grundstück wächst der Klappertopf (Rhinanthus), der auf keinen Fall abgemäht werden darf. In der App lassen sich diese Bereiche einfach abfahren und aussparen. Der Roboter lernt die Karte und mäht präzise darum herum.

„Die Steuerung über das Handy funktioniert astrein. Einmal den Rand abfahren, Sperrzonen für Wildblumen markieren und das Wegesystem ist in ein paar Minuten erstellt.“
Kamera und Tiersicherheit
Tiere im Garten sind gewollt und müssen geschützt werden. Der Navimow i105 verfügt über eine KI-gestützte VisionFence-Kamera. Die Datenbank erkennt Motive wie Hunde, Katzen, Igel oder in unserem Fall Hühner zuverlässig. Der Mäher stoppt sofort und dreht um. Die Tiere werden nicht gefährdet.
Wichtige Regel für den Mähroboter: Egal, wie gut die Kamera ist, lass den Rasenroboter grundsätzlich nicht nachts fahren. Nachts sind Igel und andere Wildtiere unterwegs. Die Mähzeit am Tag reicht für kleine Flächen völlig aus.
Bewährungsprobe auf Wühlmaus-Gelände
Das Testgelände war durch jahrelange Wühlmaus-Aktivitäten extrem uneben mit zum Teil tiefen Schlaglöchern. Der i105 kämpfte sich dank seiner robusten Bereifung sehr passabel durch das anspruchsvolle Terrain, aber an ein, zwei kritischen Stellen hat er sich hin und wieder festgefahren. Für unsere Wiese wäre der i205 AWD die bessere Wahl gewesen, weil dieser im Unterschied zum i105 ein extra angetriebenes Hinterrad hat.
| Anforderung | Ergebnis im Praxistest |
|---|---|
| Unebener Boden | Sehr gut. |
| Satellitenempfang | Funktioniert zuverlässig, auch bei starkem Baumbestand. |
| Enge Passagen | Die Navigation zwischen den Wildblumen-Inseln klappt ohne Fehlermeldungen. |
| Tiererkennung | Die Kamera erkennt freilaufende Hühner und wendet rechtzeitig. |
Wo der Navimow i105 am besten performt
Der Navimow i105 ist prädestiniert für möglichst ebene Rasenflächen ohne Schlaglöcher. Durch die kompakte Bauart ist er sehr wendig und kann auch enge Passagen meistern. Die Hinterräder meistern auch mal unruhigere Bereiche, aber hier kommt das Gerät früher oder später an seine Grenzen. Die Schnitthöhe (2 bis 6 cm) lässt sich manuell am Gerät einstellen.
Selective Mowing geht nicht mit jedem Modell
Anders als oft behauptet, steht der Einsatz eines Mähroboters nicht im Widerspruch zu einer naturnahen Rasenpflege. Der Navimow i105 hat über das gesamte Jahr zuverlässig das Wegesystem gemäht und die BioLife-Inseln zentimetergenau ausgespart.

Diese Form des Selective Mowing setzt allerdings voraus, dass der Mähroboter die Fläche präzise kartieren kann. Genau hier hätten viele der inzwischen verbreiteten, rein kamerabasierten Modelle Probleme bekommen. Unsere Testfläche besitzt keine klaren Rasenkanten, an denen sich eine Kamera orientieren könnte. Zudem müssten die nicht zu mähenden Bereiche manuell in eine virtuelle Karte eingezeichnet werden. In der Praxis bedeutet das: Man schätzt auf dem Smartphone-Bildschirm, wo sich Blumeninseln und andere Schutzbereiche befinden – statt sie exakt in der Realität zu erfassen. Für eine naturnahe Fläche mit vielen gezielt ausgesparten Bereichen ist das deutlich weniger präzise und fehleranfälliger.

Segway Navimow i105
Ein kabelloser Mähroboter mit smarter KI-Kamera, der ohne Begrenzungskabel auskommt. Perfekt für das selektive Mähen von Wegen in Naturgärten und das präzise Aussparen von Blumeninseln.
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Häufige Fragen zum Navimow i105
Braucht der Navimow i105 WLAN im Garten?
Grundsätzlich ja, um über die App kommunizieren zu können. Reicht das WLAN nicht aus, lässt sich ein 4G-Modul nachrüsten. Beachte hierbei jedoch die Folgekosten ab dem zweiten Jahr und prüfe die Mobilfunkabdeckung im Garten.
Muss ein Begrenzungskabel verlegt werden?
Nein. Die Rasenfläche und sämtliche Sperrzonen werden virtuell beim ersten Abfahren über die Smartphone-App festgelegt.
Ist das Gerät sicher für Tiere?
Durch die integrierte Kamera erkennt der Mäher Tiere und hält rechtzeitig an. Trotzdem sollten Mähroboter aus Sicherheitsgründen nie nachts fahren.
Das Video zum Test
Schau dir den vollständigen Praxistest mit der Einrichtung und der Fahrt über das unebene Testgelände direkt auf YouTube an.